Ein Blick auf einige Spuren von gestern, um das heute besser zu verstehen! Ich will in diesem Beitrag Prozesse benennen, die vor Jahrzehnten begonnen haben, dringlich sind und immer wieder unterbrochen oder auf andere Fährten gelegt wurden und werden.
Vor fast 40 Jahren wurde im sogenannten Brundtland Bericht (Harlem Brundlandt war norwegische Ministerpräsidentin in den 80ern) nachhaltige Entwicklung definiert als:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
Brundtland Bericht
Im Hinblick auf einen nachhaltigen Wandel wurde in der zweiten Hälfte der 80er Jahre formuliert, dass „es ein Problem geben könnte“ mit dem Umgang der Grenzen des Erdsystems, mit globaler Fairness, mit den Gemeinschaftsgütern auf der Erde, mit einem Leben in Würde für alle und mit der Zufriedenheit kommender Generationen. Auf dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro war internationaler Konsens, dass wir
„eine zunehmende Ungleichheit zwischen Völkern und innerhalb von Völkern erleben, eine immer größere Armut, immer mehr Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie eine fortschreitende Schädigung der Ökosysteme …“
Agenda 21: Aktionsprogramm für das 21. Jhdt
Klar war, dass eine andere Zukunft nur in einer globalen Partnerschaft möglich sein werde (Agenda 21: Aktionsprogramm für das 21. Jhdt.).
Ebenso war Konsens, dass nachhaltige Entwicklung zu einem Gleichgewicht zwischen den Dimensionen der Ökologie, Ökonomie und Soziales innerhalb der planetarischen Grenzen führen soll, im Blick die jeweilige kulturelle Andersartigkeit. Je stärker sich die genannten Dimensionen aufeinander zubewegen, desto stärker sind sie miteinander verbunden. Nach einer ersten weltweiten Euphorie-Phase stand 20 Jahre später (2012) die ernüchternde Erkenntnis, dass von einigen regionalen Fortschritten abgesehen, die Mehrzahl der Aufgaben nicht angepackt bzw. umgesetzt worden waren. Immer deutlicher wurde, während dieser Prozesse, dass die Gerechtigkeit ein weiteres zentrales Merkmal nachhaltiger Entwicklung ist.
Um diese Entwicklungen zu fördern, sich den Herausforderungen zu stellen und eine Art internationalen Handlungsrahmen anzustreben, fand im September 2015 der UN-Gipfel (Transformation unserer Welt: 2030 Agenda der Nachhaltigkeitsziele) statt. Kern dieser Agenda 2030 sind die 17 Nachhaltigkeitsziele, die weltweit bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen. Sie sind ein globales Leitbild mit normativem Charakter.
Pirmin Spiegel / Februar 2026


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