Netzwerktreffen in Pirmasens verbindet Erfahrung, Austausch und Aufbruch
Im Rahmen des Netzwerktreffens für Pionier:innen und Weggefährt:innen in Pirmasens wurden am 18. April in einem Gottesdienst fünf Mitarbeitende durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann für ihren Dienst beauftragt – ein sichtbares Zeichen für neue Aufbrüche im Bistum.
Sie stehen für unterschiedliche Aufbrüche im Bistum – und für die Frage, wie Kirche heute neu Gestalt gewinnen kann:
Quelle: © Andrea Daum
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Quelle: © Andrea Daum Ute Garth, die zusammen mit einem Team ehrenamtlich engagierter Frauen die Bücherei in Bann weiterentwickelt – als offenen Begegnungsort für Kinder, Familien und die Dorfgemeinschaft. Ein Ort, an dem Menschen willkommen sind, miteinander ins Gespräch kommen und wo durch genaues Hinhören und Hinsehen im Sozialraum Kirche im Alltag erfahrbar wird.
Sybille Meyer-Kuhn, die im Raum Glan-Westrich mobil unterwegs ist und Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren gestaltet. Sie geht zu den Menschen, schafft Räume für Begegnung und wirkt Einsamkeit entgegen – mit einem feinen Gespür für das, was Menschen brauchen.
Christine Mootz, die im Bereich Wald- und Naturspiritualität arbeitet und neue Zugänge eröffnet, um Glauben in der Begegnung mit der Schöpfung zu entdecken. Ihr Anliegen ist es, die Verbundenheit zwischen Mensch, Natur und Gott neu erfahrbar zu machen.
Tanja Rieger, die digitale Räume als Orte für Glauben, Austausch und Gemeinschaft gestaltet – und zugleich Impulse gibt, wie Pfarreien eigene Wege im digitalen Raum entwickeln können. Sie erschließt das Netz als einen Ort, an dem Menschen nach Sinn suchen und Kirche präsent sein kann.
Thomas Forthofer, der im Dekanat Saarpfalz neue Formen gemeinschaftlichen und spirituellen Lebens erprobt. Dabei geht es um verbindliche Rhythmen, in denen Alltag, Beruf und Glaube miteinander verbunden werden – als eine Weise, Spiritualität gemeinsam zu leben.
Auch Manfred Heitz, der in Ludwigshafen mit seiner Arbeit beginnt, gehört zu diesem Kreis. Er konnte an der Feier nicht teilnehmen, geht aber der Frage nach, wie in neu entstehenden Quartieren Angebote entstehen können, die Glauben und Leben im Sozialraum miteinander verbinden.
Gemeinsam unterwegs
Diese Sendung stand nicht für sich, sondern war eingebettet in einen gemeinsamen Tag: Pionier:innen und Weggefährt:innen aus dem Bistum Speyer sind in Pirmasens zusammengekommen – zu einem Tag, der mehr war als ein Treffen: ein gemeinsames Innehalten, Weiterdenken und Ausrichten auf die Vision der Segensorte.
Im Zentrum stand die Frage: Wie kann Kirche heute so präsent sein, dass Menschen im Alltag etwas von Gottes Menschenfreundlichkeit erfahren?
Quelle: © Andrea Daum
Quelle: © Andrea Daum Der Tag wurde bewusst als Erfahrungsraum gestaltet. In unterschiedlichen Formaten wurde nicht nur gesprochen, sondern vor allem wahrgenommen, geteilt und reflektiert. Es ging um die eigene Situation, um Erfahrungen von Aufbruch und Unsicherheit – und um die Frage, wie Vertrauen wachsen kann, wenn der Weg noch nicht klar vor einem liegt.
Deutlich wurde dabei: Pionierarbeit ist kein Sonderweg für wenige, sondern ein gemeinsamer Lernprozess.
Haupt- und Ehrenamtliche, Menschen aus unterschiedlichen Kontexten und mit unterschiedlichen Perspektiven kamen miteinander ins Gespräch – auf Augenhöhe. Dabei wurde auch spürbar, dass neue Wege nicht ohne Reibung entstehen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten, offene Fragen und Spannungen gehören dazu. Gerade deshalb braucht es Räume, in denen all das gemeinsam reflektiert werden kann – auch geistlich.
Am Nachmittag öffnete sich der Tag weiter. Beim Kaffeetrinken entstanden Gespräche, Begegnungen und neue Verbindungen, die über den Tag hinaus tragen.

In seinem Impuls brachte Bischof Wiesemann einen zentralen Gedanken auf den Punkt:
„Kirche hat die Aufgabe, Räume zu eröffnen, in denen Menschen die Menschenfreundlichkeit Gottes erfahren können.“
Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen auf der Suche nach Sinn, Orientierung und Resonanz sind, gehe es weniger darum, Antworten zu geben, sondern Räume zu eröffnen, in denen Erfahrung möglich wird – Erfahrungen, die berühren und neue Zugänge zum Glauben eröffnen.
Pionierarbeit bedeutet dabei oft, unterwegs zu sein, ohne den ganzen Weg zu kennen. Es geht um Menschen, die neue Formen von Kirche erproben und mutig vorangehen – nah an den Fragen der Menschen und offen für das, was sich entwickelt. Gerade deshalb sind Räume wichtig, in denen Erfahrungen geteilt, Perspektiven geweitet und gemeinsam nächste Schritte gesucht werden können.
Am Ende des Tages blieb ein Eindruck, der mehr war als ein Fazit: Kirche ist im Aufbruch.
Nicht als fertiges Konzept, sondern als gemeinsamer Weg – auf dem Menschen ausprobieren, lernen, scheitern, weitergehen und entdecken, wie im Alltag Segensorte entstehen können.
Material zum Weiterarbeiten
Ein zentrales Element des Tages war ein geistlicher Parcours, der sich an der biblischen Exodus-Erzählung orientierte. In 15 Stationen wurden Erfahrungen von Aufbruch, Unsicherheit, Loslassen und Neuorientierung aufgenommen und auf die eigene Situation bezogen. Das Material zu diesem Exodus-Parcours – einschließlich der Stationskarten und einer kurzen Anleitung – stellen wir hier zur Verfügung. Es kann in Gruppen, Teams und Gemeinden genutzt werden, um eigene Prozesse in Bewegung zu bringen und gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
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Bildquellen
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (5): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (77): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (80): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (82): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (90): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (29): © Andrea Daum
- Pionieretag Pirmasens April 2026 (71): © Andrea Daum


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