Die vier Astronaut:innen, die die Erde von außerhalb der Erde sahen und gerade von einer Mondumkreisung auf die Erde zurückgekehrt sind, gaben inspirierende Zeugnisse von ihren Erfahrungen: „Das ist unglaublich … “ Von hier oben hätten sie den lebenden Beweis gesehen, dass „wir auf einem verletzlichen Planeten leben.“
Sie bestätigen die Worte von Gene Cernan, der im Dezember 1972 der letzte Mensch war, der den Mond betreten hatte:
„Von hier oben sind die Grenzen der Hautfarbe, der Religion und der Politik, die dort unten die Welt teilen, nicht wahrnehmbar.“
Schönheit und Zerbrechlichkeit des Erdplaneten!
Wir sammeln Kenntnisse und verfügen über ein enormes Wissen im Hinblick auf unseren Planeten Erde. Wir können sie nutzen, um die Güter und Möglichkeiten der Erde zum Wohle einiger weniger auszuplündern und andere leer ausgehen zu lassen – und wir können sie nutzen, um Wunden zu heilen, die wir der Erde und Menschen zugefügt haben.
Bei all diesen Botschaften kommen mir die Worte von Dom Hélder Camara, 1999 verstorbener Prophet und Bischof im Nordosten Brasiliens, in den Sinn:
„Es ist schade liebes Jahrhundert … während wir beginnen, uns zu den Sternen aufzuschwingen, lassen wir auf Erden den Widersinn, ja Wahnsinn zu, dass über zwei Drittel der Menschheit gezwungen ist, in Elend, Hunger und untermenschlichen Verhältnissen zu leben.“
Wir wissen, wie sehr unsere natürlichen Lebensgrundlagen durch die gegenwärtigen Wirtschafts- und Lebensweisen gefährdet sind und wir wissen, dass es zu wenig konkrete Schritte für eine ökologisch nachhaltige Entwicklung gibt. Auch globale Ungleichheiten bleiben u.a. als Folge und Narben kolonial geprägter ökonomischer und politischer Strukturen aufrecht. Hier ist einer der Ausgangspunkte vom Globalen Lernen; es will Menschen befähigen und dazu beitragen, sich als Teil einer größeren, über die Grenzen des eigenen Staates hinausreichenden, Gesellschaft wahrzunehmen und daraus resultierende – individuelle und kollektive – Verantwortlichkeiten zu erkennen.
„Globales Lernen“ will ein Verstehen unserer Welt über das uns gewohnte ‚westliche Verständnis‘ hinaus ins Spiel bringen. Zu oft ignorieren ‚westliche Erkenntnis‘ und ‚westliches Verstehen‘ unterschiedliche Produktionen von Wissen und Erfahrungen, von Weisheit des Globalen Südens. Wir denken andere Gesellschaften von Deutschland aus allzu leicht aus dem Blickwinkel, was ihnen mangelt bzw. fehlt aus unserer Sicht. Es wird zu wenig gefragt, aus welcher geschichtlichen Lage heraus sie handeln, welche Brüche und Umbrüche sie selbst erlebten und welche Interessen sie verfolgen. Das müssen wir ernst nehmen.
Danke all denen, die sich in allen Gruppen, Organisationen, Sprachen, Religionen … engagieren, für eine größere Gerechtigkeit auf unserem Planeten, die aufdecken, was zu tun ist und dies konkret leben und umsetzen.
Pirmin Spiegel
15.04.2026


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