Segensorte-Begegnungstag in Kaiserslautern

Aufhören, damit Neues wachsen kann

Ein Ort, der Veränderung atmet

Rund 70 Engagierte aus dem ganzen Bistum Speyer haben am 21. Februar im 42 in Kaiserslautern darüber nachgedacht, wie Kirche ein Segensort bleiben oder neu werden kann. Das Innovationslabor im ehemaligen Kaufhaus war dafür der passende Ort: ein Raum, der schon selbst zeigt, wie Neues entstehen kann, wenn Altes seine Form verändert.

Was Exnovation bedeutet – erzählt in starken Bildern

Durch den Tag führte die Theologin Sandra Bils. Sie erklärte Exnovation nicht mit Theorie, sondern mit Bildern aus dem Leben: übervollen Kleiderschränken, überholten digitalen Symbolen, Geschichten von Unternehmen, die den Anschluss verpassten.

„Das Schwierige ist nie das Neue. Das Schwierige ist das Loslassen des Alten.
Wir müssen ehrlich fragen, was wir mit uns herumtragen, obwohl es uns längst nicht mehr trägt.
Veränderung wird schwer, wenn wir das Alte wie ein Geländer festhalten.
Und wenn mein Kalender schon voll ist, wie soll Gott mir dann noch etwas Neues schenken?“

Sandra Bils

Damit wurde deutlich: Exnovation ist kein organisatorischer Trick, sondern eine tief geistliche Übung.

Austausch, der neue Perspektiven öffnet

In Gesprächsrunden erlebten die Teilnehmenden sehr schnell, wie unterschiedlich ihre Blickwinkel sind. Was für die einen vertraute Tradition ist, wirkt auf andere neu und ungewohtn.

Gemeinsam suchten sie nach Antworten auf Fragen wie:

  • Was brauchen wir wirklich?
  • Was kostet mehr Kraft, als es uns gibt?
  • Wo verhindern alte Muster, dass Neues entstehen kann?

Mehrfach wurde betont, wie wichtig es ist, sowohl Engagierte vor Ort einzubeziehen als auch jene, die sich zurückgezogen haben – und die sich oft gerade deshalb Veränderungen wünschen.

Die Rolle der Stabsstelle: Wegbegleitung statt Rezepte

Die Stabsstelle Innovation und Transformation war Gastgeberin und Netzwerkstelle an diesem Tag. Felix Goldinger betonte:

„Transformation bedeutet für uns nicht, immer mehr zu tun. Es geht darum, ehrlich zu fragen, was wirklich trägt und was uns in die Zukunft führt.“

Ein wichtiger Baustein dafür ist die digitale Karte der Segensorte und Pionierorte im Bistum, auf der sichtbar wird, wo heute schon Menschen Neues ausprobieren und wie vielfältig Innovation im kirchlichen Kontext aussehen kann. Dort finden sich kleine Initiativen, experimentelle Formate, Pionierstellen und lokale Projekte, die zeigen: Veränderung passiert bereits – überall im Bistum, Schritt für Schritt.

Goldinger:

„Wer neugierig ist, wo im Bistum schon Segensorte wachsen, kann auf unserer Seite ‚Segensorte entdecken‘ stöbern. Und wir freuen uns über jede Idee, die dazukommt.“

In diesem Jahr wird erstmals auch ein Innovationsetat veröffentlicht, der Projekte finanziell unterstützt.

Wie es weitergeht: Netzwerktreffen & Stammtische

  • 18. April 2026 – Netzwerktreffen in Pirmasens
    Gemeinsam mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann geht es um die „Kunst der Improvisation“. Außerdem werden die neuen Pionierpersonen gesegnet und gesendet.
  • Ab Sommer 2026 – Stammtischabende im ganzen Bistum
    Offen, mit viel Raum für Fragen, Inspiration und gegenseitige Ermutigung.
  • Komm in einen unserer PioneerHubs
    Die PIONEER.HUBs sind Lerngemeinschaften für Kirchenentwickler:innen und Gründer:innen. Wir treffen uns ca. alle 6-8 Wochen – auch in deiner Region. Es gibt vier Gruppen:
    • ganz im Westen rund um Bexbach,
    • in der Mitte im Raum Kaiserslautern,
    • in der Vorderpfalz und
    • unsere Online-Gruppe.

Uns leitet die Frage, wie wir Kirche eine neue Gestalt geben können: relevant für Menschen, zu denen wir den Kontakt verloren haben oder zu denen wir noch nie Kontakt hatten.

Mehr Infos hier:

Kontakt

Wer weiterdenken, sich vernetzen oder selbst eine Idee einbringen möchte, ist eingeladen, sich bei uns zu melden: innovation@bistum-speyer.de


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