Wir sind im Monat März. Zwei der großen Weltreligionen laden ein zu einer Zeit des Fastens und des Teilens: der Ramadan (Islam) und die Fastenzeit (Christentum). Dabei denke ich an Amartya Sen – indischer Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph, Nobelpreisträger für Ökonomie von 1998 -, der dabei an den jeweiligen sozialen Kontext erinnert. Er schreibt: „Zu Fasten ist nicht das gleiche wie zum Hungern gezwungen zu sein. Die Möglichkeit, essen zu können, macht das Fasten zu dem, was es ist, nämlich zur freien Entscheidung, nicht zu essen, auch wenn man essen könnte.“ Spürbar wird dadurch, dass zur Frage der Gerechtigkeit die Chancen zu deren Verwirklichung mitzudenken sind. Seit längerer Zeit wissen wir, dass dabei der ökologische Kontext nicht auszublenden ist: die Umwelt mit der Anerkennung der biologischen Artenvielfalt und der Ökosysteme. Ebenso nicht, einen Zugang künftiger Generationen zu diesem gemeinsamen Erbe.So nähern wir uns der Agenda 2030, deren Kern die 17 Nachhaltigkeitsziele sind, endgültig formuliert im September 2015 auf dem UN-Gipfel in New York. Grundüberlegungen waren dabei: eine wirksame globale Politik der Nachhaltigkeit, ein starkes und überzeugendes Leitbild und ein weltweit politischer Konsens zu handlungsleitenden Zielen. Das Ergebnis waren 17 Nachhaltigkeitsziele, die durch 169 Unterziele konkretisiert werden. Bis 2030 soll(t)en diese Ziele umgesetzt werden. Sie soll(t)en miteinander vernetzt werden im Gleichgewicht zwischen der Ökologie, der Ökonomie und dem Sozialen innerhalb der planetarischen Grenzen. Als übergeordnetes Ziel galt, dass sich die jeweils nationalen Volkswirtschaften zu diesen nachhaltigen Zielen wandeln und an ihnen orientieren sollen; genannt wurde dies die jeweilige ‚nationale Nachhaltigkeitsstrategie‘.Zusammenfassend macht das Vorwort der Agenda 2030 fünf Grundausrichtungen deutlich:
- People – die Würde des Menschen.
- Planet – der Schutz des Planeten Erde.
- Prosperity – Teilhabe aller Menschen an einem erfüllten Leben in Wohlergehen.
- Peace – Frieden und nachhaltige Entwicklung bedingen einander.
- Partnership – Partnerschaft auf dem Geiste globaler Solidarität, insbesondere der Solidarität mit den Ärmsten, mit Menschen in prekären Situationen und deren Teilhabe.
Und heute? Etwas mehr als 10 Jahre später? Wir waren wohl schon mal weiter mit der Orientierung und dem Wandel zur Nachhaltigkeit hin. Vor 10 Jahren Jahren schien das Tor weit aufgestoßen zu sein. Den damaligen Aufbruchsmomenten folgten Verunsicherung und Sorgen, kamen Veränderungswiderstände. Andere massive Krisen zogen ihre Aufmerksamkeit auf sich.
Pirmin Spiegel 2. März 2026


Schreibe einen Kommentar