Freiräume schaffen für Neues
Veränderung gehört inzwischen zum kirchlichen Alltag. Vieles ist in Bewegung, manches unter Druck. Engagement wird komplexer, Erwartungen steigen, Ressourcen sind begrenzt – und nicht selten bleibt das Gefühl, dass immer noch etwas dazukommen müsste. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen eine andere Sehnsucht: nach Klarheit, nach Sinn, nach tragfähigen Formen von Gemeinschaft und Engagement.
Genau an diesem Punkt setzt der Segensorte-Begegnungstag 2026: EXNOVATION an.
Wenn Veränderung innehalten braucht
In vielen Transformationsprozessen richtet sich der Blick fast automatisch nach vorne: Was braucht es Neues? Welche Formate, Strukturen oder Angebote fehlen noch? Dabei gerät leicht etwas aus dem Blick, das mindestens genauso wichtig ist: das bewusste Innehalten – und das wertschätzende Beenden von dem, was nicht mehr trägt.
Exnovation beschreibt genau diese oft vergessene Seite von Veränderung. Es geht nicht um Rückzug oder Scheitern, sondern um Klärung. Um die Frage:
Was bindet Kräfte, ohne Leben zu ermöglichen?
Was darf – vielleicht sogar dankbar – losgelassen werden, damit Neues wachsen kann?
„Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen – haupt- wie ehrenamtlich – an die Grenzen ihrer Kräfte kommen. Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach Klarheit, Sinn und tragfähigen Formen von Gemeinschaft. Genau hier setzt der Segensorte-Begegnungstag 2026: EXNOVATION an“,
beschreibt Felix Goldinger, Leiter der Stabsstelle Innovation und Transformation, den Ausgangspunkt der Veranstaltung.
Exnovation hilft, Druck herauszunehmen. Sie schafft Freiräume – nicht durch zusätzliches Tun, sondern durch bewusste Entscheidungen. So wird Veränderung überhaupt erst möglich: geistlich, strukturell und gemeinschaftlich.
Segensorte brauchen Freiräume
Der Segensorte-Begegnungstag ist mehr als eine Fortbildung oder ein Studientag. Er ist selbst als Segensort gedacht: als Raum zum Atemholen, zum Teilen von Erfahrungen und zum gemeinsamen Weiterdenken. Menschen aus Pfarreien, Projekten, Initiativen und Pionierorten kommen zusammen, um einander zuzuhören, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken.
Dabei steht nicht die perfekte Lösung im Mittelpunkt, sondern eine gemeinsame Haltung: ehrlich hinschauen, sorgsam umgehen mit dem, was war, und mutig Raum öffnen für das, was kommen will.

Impulse, Austausch und geistliche Tiefe
Einen zentralen inhaltlichen Impuls gestaltet Sandra Bils, die seit vielen Jahren zu kirchlicher Innovation, Organisationsentwicklung und Transformationsprozessen arbeitet. Sie bringt Perspektiven ein, wie Exnovation konkret gelingen kann – und warum bewusste Abschiede eine geistliche Qualität haben, die Orientierung und Hoffnung eröffnet.
Der Begegnungstag verbindet:
- geistliche Impulse und Zeiten der Vertiefung
- Austausch und Vernetzung zwischen Engagierten
- Raum zur persönlichen und gemeinsamen Reflexion
Es geht um Erfahrungen, nicht um Rezepte. Um Vertrauen statt Beschleunigung. Und um die Frage, wie Kirche als Netzwerk von Segensorten lebendig bleiben kann.
Kirche als Netzwerk von Segensorten
Die Vision der Segensorte des Bistums Speyer versteht Kirche nicht zuerst als Struktur, sondern als Netzwerk lebendiger Orte, an denen Menschen Gemeinschaft, Hoffnung und geistliche Tiefe erfahren. Diese Orte entstehen dort, wo Menschen sich begegnen, einander ernst nehmen und gemeinsam neue Wege erproben – im Vertrauen darauf, dass Gottes Segen nicht am Alten haftet, sondern im Aufbruch wirksam wird.
Oder, anders gesagt: Segensorte wachsen dort, wo Freiräume entstehen.
Organisatorisches
- Termin: Samstag, 21. Februar 2026, 9:00–16:30 Uhr
- Ort: 42 Kaiserslautern, Eisenbahnstraße 42
- Teilnahme: kostenfrei
- Anmeldung: bis 6. Februar 2026
https://innovation-bistum-speyer.de/segensorte-begegnungstag/


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