Mit dem neuen Kirchenjahr startet auch wieder das ökumenische Projekt „nachhaltig predigen“ – ein gemeinsames Portal von 24 Bistümern und Landeskirchen, unterstützt von Brot für die Welt und Misereor. Ab dem 20. November 2025 stehen die neuen Predigtimpulse für das Kirchenjahr 2025/26 online.
Warum Nachhaltigkeit eine geistliche Aufgabe bleibt
Vor 25 Jahren entstand die Erdcharta: eicopn globales Dokument voller Leidenschaft für unseren Planeten. Formuliert von Vertreter*innen aus über 40 Ländern, ist sie eine Einladung, eine Weltgesellschaft zu gestalten, die auf Menschenrechten, Frieden, Gerechtigkeit und Respekt vor der Natur basiert.
Viele dieser Gedanken haben bis heute nichts an Dringlichkeit verloren. Die Kirchen haben dies zuletzt auf der Klimakonferenz im brasilianischen Belém erneut betont: Wir brauchen einen tiefen Mentalitätswechsel – eine neue, heilsame Beziehung zur Erde und zu den Menschen, die am stärksten unter der Erderhitzung leiden.
Indigene Gruppen formulierten es dort unmissverständlich:
Unser Land steht nicht zum Verkauf.
Dieser Satz ist mehr als politische Position. Er ist geistlicher Protest gegen ein System, das das Leben der Verletzlichsten infrage stellt.
Wenn der Blick enger wird: Zuversicht als Widerstand
Die Themen Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit stehen zunehmend unter Druck. Andere Krisen drängen sich vor, Resignation macht sich breit. Hier setzt das Jahresthema 2025/26 an: Zuversicht.
Zuversicht ist kein naiver Optimismus, sondern eine innere Haltung:
- die Herausforderungen klar sehen,
- die Augen nicht verschließen,
- und dennoch weitergehen.
Gerade in gesellschaftlichen Debatten, in der Bildungsarbeit oder im schulischen Religionsunterricht kann diese Perspektive einen Unterschied machen. Sie stärkt Menschen darin, handlungsfähig zu bleiben – ein echter empowerment-Ansatz.
Predigtimpulse, die Hoffnung und Verantwortung verbinden
Das Portal www.nachhaltig-predigen.de stellt für jeden Sonn- und Feiertag Impulse bereit, die zeigen:
Glaube, Hoffnung und Liebe können Kräfte freisetzen – für Frieden, für Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung.
Traditionell wird dieser Dreiklang in den Kirchen breit geteilt. Das Projekt lädt zusätzlich ein, den kulturellen Blick mitzunehmen: Denn wo Menschen Kultur teilen, erzählen und gestalten, entsteht ein tieferes Miteinander – lokal und global.
Ein ökumenisches Projekt mit Speyerer Handschrift
Auch das Bistum Speyer ist Mitträgerin des Projekts. Neun Autor*innen aus der Region haben Texte für das neue Kirchenjahr beigesteuert:
- Birgit Haas
- Steffen Glombitza
- Christoph Fuhrbach
- Martin Wolf
- Dr. Monika Bossung-Winkler
- Dr. Jonas Pavelka
- Luise Gründer
- Thomas Bettinger
- Pirmin Spiegel, Referent für Nachhaltigkeit und Globales Lernen in meiner Stabsstelle
Ihre Beiträge verbinden biblische Texte mit der Frage, was es heute heißt, Kirche als Kraft der Hoffnung und der Veränderung zu leben.
Blick nach Belém – und zurück zu uns
Belém, der Ort der kommenden Weltklimakonferenz, erinnert uns daran:
Armut und Vulnerabilität sind keine Schicksalsfrage. Menschen werden verletzlich gemacht durch die Art, wie wir Ressourcen nutzen und Wohlstand verteilen.
Vielleicht geht es also beim Engagement für die Schöpfung nicht darum, Gott zu den Armen zu bringen, sondern ihm dort zu begegnen.
Freischaltung der neuen Beiträge
📆 20. November 2025
🌐 www.nachhaltig-predigen.de
Die Impulse für das neue Kirchenjahr (Lesejahr A) sind dann online – ein Angebot für Predigt, Bildung, Gespräche und spirituelle Orientierung in herausfordernden Zeiten.


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