
Im heutige Blog mute ich ihnen einige Daten und einen Blick zurück zu. Seit Mitte der 1970er Jahre bildete sich der wissenschaftliche Konsens heraus, dass die Erderwärmung nicht allein auf die natürliche Variabilität des Klimasystems zurückgeführt werden kann. Studien, die in diesen Jahren erschienen, belegten diesen Konsens und prognostizierten eine drastische Erwärmung für das 21. Jahrhundert.

Der Weltklimarat (IPCC) ist ein zwischenstaatlicher Ausschuss. Er bewertet den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Klimawandel und Klimaschutz. Seine Berichte dienen als Grundlage für politische Entscheidungen und internationale Klimaverhandlungen. Der IPCC selbst betreibt keine Forschung. Er wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet und informiert Regierungen weltweit über aktuelle Forschungsergebnisse. Ich will einen Text aus dem Ersten Sachstandsbericht des IPCC zitieren, veröffentlicht im Jahr 1990:
„Auf der Grundlage der Ergebnisse aktueller Modelle prognostizieren wir … einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Laufe des nächsten Jahrhunderts um etwa 0,3 °C pro Jahrzehnt … Dies wird voraussichtlich zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um etwa 1 °C gegenüber dem aktuellen Wert bis zum Jahr 2025 führen und um 3 °C bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts.“
Zwischen 1995, dem Erscheinungsjahr des zweiten Berichts des IPCC, und 2023 stieg die Geschwindigkeit der globalen durchschnittlichen Erwärmung und betrug 0,22 °C pro Jahrzehnt. In den letzten 13 Jahren ist die globale Erderwärmung mit 0,33 °C pro Jahrzehnt vorangeschritten. Sollten die aktuelle Rate und Geschwindigkeit beibehalten werden, würde die globale Durchschnittstemperatur alle drei Jahrzehnte um etwa 1 °C ansteigen. Die vom Weltklimarat prognostizierte Beschleunigung der Erwärmung trifft insgesamt zu.
Wohin sind all die Anstrengungen geblieben für eine konsequentere Nachhaltigkeit? Ist Frieden unter den Menschen und mit der Mitwelt möglich?
Die Antwort sind wir: beim Zustandebringen von Maßnahmen, die auf eine Verlangsamung der Erwärmung hinweisen; bei jedem Tun, das den Anstieg der Verbrennung fossiler Brennstoffe reduziert; bei allen Einsätzen, die sich für Prävention von Waldbränden, Entwaldung und Bodendegradation einsetzen, die die Freisetzung von Kohlenstoff durch das Auftauen des Permafrosts im Blick haben, beim beharrlichen Erzählen von guten Ideen und Praktiken.
2001 nahm ich an dem Weltsozialforum in Porto Alegre teil. Das Thema war: „eine andere Welt ist möglich!“ Ich ermutige, konkrete Erfahrungen groß zu machen, die an der Vision und der Möglichkeit einer anderen Welt festhalten. Überall dort, wo dies geschieht, haben wir Grund zu der Hoffnung, dass unsere Gesellschaften eine gute Zukunft haben. Neue Ideen zu formulieren – in ihnen liegt die Erhaltung unseres Gemeinsamen Hauses.
Die Bibel erinnert mich immer wieder daran, die leisen Stimmen nicht zu überhören und die unscheinbaren Taten nicht zu übersehen.
Pirmin Spiegel, 15. September 2026

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